Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

 

Bräuche der Liebe:
In Japan beschenken am 14. Februar Frauen die Männer mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später am White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten. Auch junge Mädchen nehmen diesen Tag zum Anlass, ihren Angebeteten Schokolade zu schenken, die sie bestenfalls selbst gemacht haben. Dieser kann es am 14.März erwidern.
In Südkorea gibt es zusätzlich zum Valentinstag und White Day noch den Black Day: wer am 14. Februar und am 14. März leer ausging, betrauert dies am 14. April und isst Jajangmyeon (자장면), Nudeln mit schwarzer Soße. In Südkorea hat auch in allen anderen Monaten der 14. Tag irgendeine romantische Nebenbedeutung.
(Quelle: Wikipedia)

Gut das wir in Deutschland bis jetzt noch mit dem Valentinstag auskommen und nicht noch den Black Day feiern müssen. Aber wer weiß, wenn die Nudelindustrie sich auch noch positionieren muss, dann gibt es als Liebesbeweis Spirelli mit Schwarzwurzel!

Bis es so weit ist, empfehle ich einen Klassiker zum Liebesfest:

Prosecco Rosévita von Antonini Ceresa und weiße Schokolade mit Champagner und Rosenblättern von Berger.

……und wenn es a´la Sendung mit der Maus interessiert, wie kommt die Farbe in den Prosecco, so habe ich folgende Erklärung:

Prosecco wird üblicherweise aus der Rebsorte Glera erzeugt, indem der Traubensaft vergoren wird und nachträglich mit Kohlensäure versetzt wird. Die Farbe erhält er durch die Beimischung der Rebsorte Raboso.

karinlassak

Zurück in die 70er!

Chianti-Wein und Bulli fahren, das waren die Sehnsuchtsbegriffe der großen weiten Welt vor 35 Jahren. Italien entdecken, das große Verlangen – unabhängig, auf eigenen Wegen.
In den Original 70ern durfte ich zwar nur ein lila farbenes Klapprad fahren, aber am vergangenen Wochenende begab ich mich in die Retro 70er. Der Gardasee wurde kurzerhand gegen die Müritzer Seenplatte ausgetauscht, aber die große Freiheit der Unabhängigkeit blieb. Statt Siena gab es Waren, statt Pizza wurden Fischbrötchen verspeist, aber Sonne und See hatten ihre gleiche Wirkung.

Nun was ist aus dem Chianti der 70er geworden. Damals als er noch in der Fiasco als Souvenir nach Deutschland über die Alpen geschleppt wurde.

….. im Übrigen zu Fiasco:
Als Fiasco (ital.fiasco”bauchige Flasche” zu mittellat. Flasco “Fässchen”) bezeichnet man eine strohummantelte Flasche für Chianti. Darüber hinaus wird die Bezeichnung „Fiasco“ oft auch für andere Flaschenarten und Weinarten benutzt.
Sie entwickelte sich bereits im Spätmittelalter aus den Tonfässern der Antike; die Strohumhüllung diente ursprünglich dazu, das damals dünnwandig Glas vor Beschädigung durch Anstoßen, etwa an der danebenstehenden Flasche, zu schützen. (Quelle: wikipedia)

Inhaltlich und gesellschaftlich hat sich viel getan beim Chianti. Vom leichten Roten, bestehend aus bis zu 10 Rebsorten incl. Weißweinrebsorten, entwickelte er sich zu dem life-style Getränk der 90er Jahre. Große Namen wurden weltbekannt: Beradenga, Isole e Olena, Antinori, Fonterutoli …….und und und. Leider sind sie auch in ein Preissegment gerutscht, die sie weit weg vom täglichen Genuss bringen.

Als kleines Trostpflaster für alle Retrofans hat nun unser Winzer Renzo Masi seinen Chianti in die Fiasco gefüllt. Ein Stück Vergangenheit für 7,90 €.

karinlassak

Alpenglück

September gleich Oktoberfest… hier beginnt schon die marketingtechnische Meisterleistung. Feier früher, damit du schneller Geld verdienst.
Aber nichts desto trotz, so lässt mich der gedankliche Blick auf die Alpen nicht kalt. Schnell und passend wurde das Schaufenster mit roten Gschiardiachaln (Geschirrhandtüchern) ausgelegt, Alpendeko im Deko besorgt, Brezen eingekauft und die Theaterkantine ihrem Hirschgeweih entledigt.
Dazu werden die passenden Weine aus Südtirol, die Alpenmilchschokolade von Berger und der Alpenkräuter drapiert. Und die Bewunderung ist groß. Ich denke es kommt unter die Top 3 der Schaufensterdekorationen der letzten 15 Jahre.
Aber was macht das inszenierte Alpenglück mit uns, warum stürzen sich Alle mit Begeisterung auf das Motiv?
Suchen wir Heimat, Ruhe, Natur, Ursprüngliches…. oder ist es gerade nur eine Modewelle!
…. als ich am Sonntag am Mückenwirt vorbei fuhr, da kann ich zur sagen, ja es ist eine Welle und lass diese schnell an mir vorbei rauschen, mit all den falschen Dirndl- und Lederhosenträger.

Denn das Motto Alpenglück soll doch wirklich ein Stück heile Welt suggerieren. Eine genussvolle und gesunde Brotzeit und dazu ein Glas Südtiroler Edelvernatsch und Bergers Alpenkräuter-Schokolade.
Wenn da die hohen Berge mit ihren glücklichen Kühen nicht doch ein Stückchen näher rücken!

karinlassak

Reise in die Normandie

 

Urlaub

Auf dem Weg in die Normandie!
Natürlich gibt es jeden Morgen frisches Baguette, Croissants, Pastete, gesalzene Butter und Käse der aus der Schachtel läuft.
Aber die kulinarischen Highlights des saftig grünen Norden Frankreichs – welches überhaupt nicht am häufigen Regen liegt – bestehen aus Äpfeln, Äpfeln und Äpfeln und dazu alles was man aus einer Kuh machen kann.
Wir haben noch nie so ein leckeres Rohmilch-Creme fraiche gegessen: Eine zartschmelzige Creme mit einem Hauch von Karamell.
Das Fleisch: Zart knusprig zu grillende Kalbskoteletts, Boeuf Viande mit Knochen 1 Stück = 1 Kilo!
Und natürlich das vergorene Apfelgetränk in allen Varianten. Angefangen von Pommeau, ein Aperitif aus Apfelsaft und Calvados, dann die unendlichen Variationen von Cidre und zum Schluss ein ein gereifter Calvados.
Da fehlt er kaum der „echte Traubenwein“.

karinlassak

Hamburger Regeln

Regel Nummer eins:
Iss niemals in einem Restaurant eines EX-Sterne-Kochs (letzte Ernennung dieser Ehre 1991)
Regel Nummer zwei:
Folge nie den Restaurant-Empfehlungen von Ralph Lauren Polo-Shirtträgern
Regel Nummer drei:
Zieh niemals nach Hamburg

Nicht daß Hamburg keine Faszination hätte, aber das Leben für Normaldenkende und nicht fürs Höhere berufene, leben wirklich besser in unauffälligen in gewissen Kreisen auch als „oh,warum diese Stadt“ Fragende, Städte wie Magdeburg: Übersichtlich-ehrlich-unkompliziert.
Aber ab und an folgt man den Ruf der Familie und begibt sich zwischen Adel, Geldadel und Neureichen.
So nun zu Regel eins und zwei.
Wattkorn hieß der Laden, im idyllischen Hamburger Norden. Der Kampf um den Parkplatz hatte ich schon mal gewonnen, unser Kleiner passte noch rein, wo Cayenne und Bentley aufgeben mussten!
Eins zu null für die Landeier!
Dann das Landhotel – echter Holzplastik-chic mit rotkarriertem Überall.
Ein Sprizz auf die Schnelle half erst einmal weiter!
Dann gab es das Menü, na eigentlich Kantinenessen.
Ein Sellerieschaumsüppchen, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa – getrüffelt. Ja und womit denn, ja mit dem überobersuper leckeren Trüffelöl.
Die Croutons hatten den Biss von Milchpulver und Sellerie war weit und breit nicht zu sehen.

Dann Roulade, Rotkohl und Salzkartoffeln, klingt so aufregend wie in der Kantine, schmeckte auch genauso.

Auf die Erdbeer-Rhabarber-Eis-Komposition geh ich dann schon gar nicht mehr drauf ein.

Zum Glück gab es eine ordentliche Weinkarte:
2009 Sauvignon blanc von Künstler gut-lecker: Der richtige Wein am falschen Ort!

karinlassak

Einladung zur kulinarischen Weinprobe

 

Österliche Vorfreuden am Dienstag, 19.04.2011
ab 19 Uhr in der Weinhandlung Lassak, Hegelstr. 18

Ostern steht vor der Tür!

Zur Tradition ist es geworden, uns auf Ostern mit einer kulinarischen Weinprobe einzustimmen. Robert Strube, unser Meisterkoch, wir wieder die leckersten Leckereien zubereiten:

Salat von Bohnencassoulette mit pochierten Wachteleiern und gebackenen Sardellen
Roh marinierte Zucchini auf gebeiztem Osterlachs und Gartenkresse
Geschmorte Osterlammkeule mit Majoran-Tomatenchutney
Ragout von regionalen Erdfrüchten
Creme Cassata mit Himbeerragout
Ostertiramisu mit Gewürzbirnen und Lavendel

Und ich habe diesmal das Problem, daß ich so viele neue interessante Weine eingekauft habe, so dass es mir sehr schwer fällt mich zu entscheiden. Hier ein Querschnitt des neuen Sortiments:

Vorneweg:
Organic-Raspberry-Beer on the rocks

Frische Weißweine aus dem Jahr 2010:
Boogie, Weingut Altenkirch, Rheingau
Classique blanc, La Grange, Languedoc
Wb, Weingut Hensel, Pfalz

Der Exot dazwischen:
Vinho verde rosato

Passendes Finale:
L`oca ciuca…… die betrunkene Gans, 2007 Rosso di Toscana, Rossetti
und ein Schlückchen Grappa Nebbiolo

Die Weinprobe kostet incl. Wein, Wasser und Menü 40 € pro Person.
Anmeldung bis Samstag, 16.04.2011 telefonisch: 0391-5432962 oder per email:
post@weinhandlung-lassak.de

Mit Grüßen aus der Weinhandlung

Karin Lassak

ehsesdesign

Terroaaaaah!

Achtung – Dinosaurier im Glas!

Messe Pro Wein 2011, wieder mal geschafft. Hervorzuheben sind die Weine aus dem Bierzo: Godelio tinto & blanco, der Liter-Riesling von Brohl und die kleine Träne, ein französischer Frizzante von der Loire.
Das war also das Standardprogramm, von Winzern und Großhändlern die wir kennen und jedes Jahr besuchen.
Ja und dann hatte ich noch eine Einladung vom Weingut Altenkirch, Rheingau. Bemüht haben Sie sich im Vorfeld. Eine Eintrittskarte spendiert, einen Termin vereinbart und mit einer Brotzeittüte gelockt. Für mich schon immer ein Zeichen: Sei vorsichtig!
Wer als deutscher Winzer und das noch aus dem Rheingau, so viel Aquise betreibt, hat bestimmt nichts Ordentliches im Keller.
Pustekuchen – geil sind die Stöffchen!!
Es fing an mit dem Boogie – ein locker, beschwingtes Sommercuvee aus WB, SB, Traminer und Riesling. Frucht, Fülle, Terroir…alles drinn, für einen Einsteigerwein.
Und damit kommt der Dino ins Spiel: Mit Terroooooooooooooooir ist ein Urzeitboden gemeint – die Heimat der Dinosaurier.

Zitat des Winzers:
Harter Schieferboden, steile Lagen mit bis zu 60 Grad Neigung und der Rhein, der sich kraftvoll durch das extraordinär enge Tal drückt – das ist Lorch. Unseren Reben wird nichts geschenkt, sie müssen Schwerstarbeit verrichten, um mit ihren Wurzeln durch den harten Boden zu dringen. Damit sie dennoch wachsen und gedeihen, brauchen sie liebevolle Unterstützung, sanfte Pflege und individuelle Aufmerksamkeit.

Begeistert waren wir also schon vom Ergebnis des Einsteigerweins. Die darauf folgenden Rieslinge: Steillage, Grauschiefer und Schlossberg waren perfekt weiterentwickelt und erkennbar aufeinander abgestimmt.

Ich hoffe auf eine gute und langlebige Zusammenarbeit mit dem Weingut Altenkirch!

… und die Jausentüte auf der Messe ist genau das was der plattfussgelatschte und ausgetrocknete Messebesucher zwischendurch braucht: Eine Flasche Wasser und eine ordentliche Wurstsemmel!

karinlassak

Unser erstes Kochbuch wird kommen!

Leibspeisen und Lieblingsweine wird es heißen.

Mit Robert Strube habe ich einen Partner gefunden, der nicht nur Koch ist, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder auf Auszeichnungsjagd von Sternen und Punkten ist, sondern der wirklich Koch aus Leidenschaft ist.
Der Mann steht hinter jedem von ihm gekochten Teller Essen, wie ich hinter all meinen Weinflaschen.
Dementsprechend beginnen wir nun, die Rezepte unserer Lieblingsgerichte aufzuschreiben, den passenden Wein dazu auszusuchen. Wir werden uns in die Küche begeben, alles kochen, uns mit Freunden an einen großen Tisch setzten und all die Leckereien probieren. Dagmar Ehses, unsere Grafikpartnerin wird dies alles mit der Kamera festhalten und anschließend in ein erstes Büchlein fassen.
Wir freuen uns jetzt schon auf all die Erfahrungen, Kochabende und natürlich das viele Weinflaschen entkorken.

Erscheinungstermin: Herbst 2011
Leibspeisen und Lieblingsweine
Wie verwöhnen wir unsere Freunde mit dem Besonderen

Rezepte und Weinempfehlungen von Robert Strube und Karin Lassak

karinlassak

Sekt oder Selters?

…. weder noch, ist die richtige Antwort: Champagner ist das einzig Wahre!

Was macht dieses Getränk so einzigartig. Es gibt unglaublich gute Winzersekte, Cremants und Cavas, aber der Geschmack von Champagner ist unverwechselbar.
Sowohl der unbekannte Champus aus dem Großmarkt als auch die großen Größen a la Dom Perignon verbindet eines, das Terrior. Der Boden der Champagne, süd-östlich von Paris zwischen den Flüssen Seine und Marne gelegen, besteht aus Kreide und Lehm. Diese Bodenbeschaffenheit verleiht dem Schaumwein einen cremig, schmelzigen und mineralischen Geschmack. Darüber hinaus befindet sich das Anbaugebiet relativ weit im Norden. Das Klima ist dementsprechend gemäßigt, die Trauben (Chardonnay und Pinot Noir/Meunier) reifen dadurch langsam und der Zuckergehalt hält sich in Grenzen.
Das ist also Terrior: Bodenbeschaffenheit und Klima in Verbindung mit bestimmten Rebsorten ergeben immer eine einzigartige Kombination und deshalb: Champagner schmeckt immer nach Champagner…. und alle die behaupten, mein Sekt vom Winzer oder mein Cava vom Lieblingsspanier schmeckt genauso, trinken bestimmt einen guten Schaumwein, haben aber keine Ahnung von Typizität eines bestimmten Getränkes aus einer bestimmten Region!
Nun zu den feinen Unterschieden in den Champagnerklassen:
Die Weinmacher der Klassiker wie Veuve Clicquot, Moet Chandon oder Pommery haben bei der Herstellung nur ein Ziel: Ihr Champagner soll jedes Jahr gleich schmecken. Der Veuve ist spritziger, hat mehr Aromen von grünen Äpfeln und mehr Säure. Der Moet soll weicher, geschmeidiger und dementsprechend zugänglicher wirken.
Demgegenüber stehen die Jahrgangschampagner wie der 1998er La Grande Dame, die in jedem Jahrgang eine ausgeprägte Individualität zeigen.

Der Champagner Veuve Clicquot La Grande Dame ist der große Star der Champagne und das strahlende Juwel des Champagnerhauses Veuve Clicquot. Die Farbe der La Grande Dame 1998 ist von schwachem, wie Jade glänzendem Gold. Der Champagner ist kristallklar und weist eine unglaublich feine Perlage auf.
In der Nase treten zuerst die typischen Charaktermerkmale des Chardonnay hervor und Blumen und Mineralaromen wie Akazie, Farn und Kalk breiten sich aus. Sobald man den Schaumwein ein wenig schwenkt, werden Duftstoffe freigesetzt, die an getrocknete Zitrusfrüchte, Aprikose, Quitte und süße Mandel erinnern – Aromen, die später auch im Geschmack wiederkehren. Wenn der Champagner länger in Bewegung gehalten wird, werden allmählich seltene Noten wie Malz, Tabak und feine Kräuter enthüllt.

Das aromatische und beeindruckend komplexe Bouquet wird im Mund nochmals bestätigt. Am Gaumen ist der Champagner klar definiert – seine reine Struktur und die wunderbar seidige Sanftheit sind in perfektem Gleichgewicht. Der Abgang der La Grande Dame 1998 ist lang, lebendig und strukturiert. Der Champagner hat ein unglaublich hohes Alterungspotential.
Die Cuvée besteht aus 64% Pinot Noir aus den Grand Crus Lagen in Ay, aus dem „Grande Vallée de la Marne“ und aus Verzenay, Verzy, Ambonnay und Bouzy in der „Montagne de Reims“. Hinzu kommen 36% Chardonnay aus den drei Grand Crus Lagen: Avize, Oger, und Le Mesnil-sur-Oger in den „Côte des Blancs“.

Der Jahrgang 1998 der La Grande Dame erreicht einen Höhepunkt an Raffinesse ohne die legendäre Ausdrucksstärke zu verlieren, welche auf die Assemblage von fast zwei Drittel Pinot Noir Trauben zurückzuführen ist. Ein Champagner für die Sternstunden des Lebens.
(offizielle Beschreibung aus dem Haus Veuve clicquot)

….. und wenn ich jetzt noch wählen darf, was ich zu einem Glas Champagner essen will, gibt es auch nur eine Antwort: 3 Löffel Kaviar mit Buttertoast!

Spreche ich in Rätsel oder bin ebenso betrunken – natürlich nicht. Ich habe lediglich etwas Schadenfreude in mir, festzustellen, in welch ramponierter Lage sich die Weine der Toscana-Winzer befinden.

Als ich anfing mit Wein zu handeln, Mitte der 90er Jahre, schwebten die Toscanis auf Wolke 7. Ceparello, Fontalloro, Olmaia, Summus, Sassicaia, Ornellaia …….. waren die Helden der Weinwelt. Für 50 bis 150 DM habe ich sie verkauft (natürlich pro Flasche), der Gambero rosso war die italienische Bibel. Und was ist davon übrig geblieben? Nicht viel – einen Einzigen habe ich davon noch im Regal stehen.

Abgefunden haben wir uns mit dem Zustand, die Superitaliener sind zu teuer und nicht immer auf höchstem Qualitätsniveau (ganz zu schweigen von der mangelnden Langlebigkeit).

Nun bin ich aber immer wieder mal auf der Suche nach neuen Italienern. Ich liebe meine im letzten Jahr entdeckten Weine von Madonna del Latte, die sich aber auch im Hochpreissegment befinden. Aber nun habe ich einen Wein gefunden, der mir wieder Hoffnung gibt – das durch die Toscana ein Ruck gehen kann. L ´oca Ciuca, die betrunkene Gans, von Rossetti hat das was ich erwarte: Eigenständigkeit, lebende Fruchtsäure, keine Langeweile und Substanz. Das Ganze aus der supertoscanischen Zauberwelt: Sangiovese x Syrah x Merlot. Und was noch das Allerbeste daran ist, der steht im Regal für 7,90 €. Nun ja, es muss erwähnt werden, daß es sich bei Rossetti um eine Weinfabrik handelt, über 1 Million Flaschen pro Jahr werden abgefüllt.

Am Abend aufgemacht, wirkte er beim ersten Schluck noch etwas verhalten, nach ein bis zwei Schwenkern im großen Glas kam schon mehr Fülle und Länge. Beim Genuss einer Kaninchenleber auf Salat kam die betrunkene Gans ganz groß raus. Sie bestand prächtig neben der Leber und die Flasche leerte sich zügig!

2007 L´oca Ciuca, Rossetti: 7,90 €

2003 Fontalloro, Felsina: 39,90 €

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